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Wir, Vorstand
und Mitglieder der DFG-IDK e.V. sind entsetzt über die fürchterlichen
Anschläge auf tausende Zivilisten und deren Arbeitswelt in New York
und Washington.
Die Art der erfolgten
Vernichtung wäre bisher nur in abartiger Phantasie von Science-Fiction-Filmen
denkbar erschienen.
Diese Handlung
ist ein Verbrechen.
Sie ist Ausdruck
von Unmenschlichkeit. Es gibt für solche kriminellen Taten keine
Entschuldigung.
Es gibt keine politischen
und religiösen Argumente, die diese Handlungen rechtfertigen könnten.
Die Schuldigen sollten
durch die UN weltweit geächtet und soweit möglich, mit internationaler
Hilfe gefasst und vor ein Gericht gestellt werden.
Wir halten es für
verständlich, wenn nicht nur in den USA versucht wird, solche Verbrechen
künftig zu verhindern. Doch die kommende Verschärfung aller
Sicherheitsmaßnahmen werden vor fanatischen Selbstmord-Attentätern
keine absolute Sicherheit geben. Eine gefährliche Nebenwirkung dieses
Verbrechens ist die mögliche und wahrscheinliche Einschränkung
von bisher garantierten Grundfreiheiten in demokratischen Staaten, wenn
jeder Mensch verdächtig sein kann.
Wir sehen mit großer
Sorge als Folge des Verbrechens einen gesteigerten Nationalismus, wachsende
Fremdenfeindlichkeit und Hass gegenüber Migranten arabischer Herkunft
in westlichen Ländern, pauschale Verdächtigungen gegenüber
Einzelnen und allen Staaten islamischen Glaubens.
Uns erschreckt Präsident
Bushs Aussage, die USA befänden sich im Krieg. Kriege werden, völkerrechtlich
nach Kriegserklärungen gegen Staaten geführt nicht gegen
einzelne Personen oder Gruppen von Verbrechern.
Kein Staat
hat das Recht Kriege zu führen.
Kriege sind keine
polizeilichen Maßnahmen mit Verbrecherjagd. In Kriegen leiden neben
wenigen Schuldigen fast nur Unschuldige. Sie dürfen nicht als Opfer
einkalkuliert werden.
Kriege zu führen
ist keine Heldentat, sondern ebenfalls Verbrechen an den Menschen.
Europa sollte genügend
Erfahrungen gesammelt haben.
Die Regierungen der
NATO-Staaten erklärten den Bündnisfall, einschließlich
der deutschen Regierung. Das heißt prinzipiell, sich an einer Kriegsführung
zu beteiligen, sobald die USA einen Krieg gegen einen anderen Staat beginnen
würden. Von europäischen Politikern wird behauptet, die Bündnispartner
würden konsultiert werden. Diese Politiker könnten sich irren.
Vielleicht würden sie wieder nur informiert werden, wenn die USA-Regierung
ihr Vorhaben bereits begonnen hätte.
Die Folgen eines
entsprechenden Vorgehens der US-Regierung hat Europa als Bündnispartner
haben die deutsche Bundesregierung und wir alle mitzutragen.
Wir warnen
vor diesem absoluten Mitläufertum.
Es gibt bekanntlich
bisher keinen Beweis, dass das Verbrechen in den US-Städten von der
Führung eines islamischen Staates geplant oder bewusst geduldet war,
noch weniger von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung.
Ein Krieg gegen ein anderes Land könnte hiernach auch von Militärs
nicht gerechtfertigt werden. Die USA könnten eine generelle Konfrontation
mit allen islamischen Staaten gegen die so genannte westliche Welt heraufbeschwören,
mit einer Flut von religiös inspirierten Selbstmord-Attentätern,
die alle Menschen in den USA und Europa bedrohen könnten.
Die europäischen
Regierungen sollten ihre Bündnisbereitschaft dadurch beweisen dass
sie ihren NATO-Partner USA dringend vor solchen Abenteuern warnen, die
uns alle gefährden.Die USA sind zwar bisher durch Kapital, Wirtschaftskraft
und Militär die größte Weltmacht. In Bezug auf
Einfühlung und Kenntnis der Mentalitäten und Lebensbedürfnisse
anderer Länder erscheinen sie vielfach unsensibel und scheinen die
Folgen ihres Handelns und außerordentlich selbstsicheren Auftretens
nicht vorhersehen zu können.
Die US-Regierung
sprach nach den schockierenden Verbrechen der Anschläge in den beiden
US-Städten von Angriffen auf die zivilisierte Welt.
Sind wir wirklich
so zivilisiert ?
Abgesehen von den
damaligen Verbrechen des 3. Reiches, getragen von der Mehrheit der deutschen
Bevölkerung bis 1945, wiesen sich die europäischen Kolonialherren
nicht als nachahmenswert und menschenfreundlich aus.
Man könnte zweifeln,
ob die US-Politik mit den tödlichen Methoden ihres Geheimdienstes
CIA ein Indiz für zu respektierende zivilisierte Staaten sind. Die
Staaten Südamerikas konnten davon kaum überzeugt werden. Opfer
der US-Politik wurde z.B. Chiles gewählter Präsident Allende,
der der US-Regierung nicht gefiel, abgelöst durch ein von den USA
gestütztes Militärregime. Andere Staaten Südamerikas waren
langjährig durch US-Konzerne ausgebeutete Gebiete, was die Freundschaft
der Länder zu den USA nicht gerade förderte.
In der so genannten
3. Welt wurden von den westlichen Staaten, führend durch die USA,
normalerweise nicht die Befreiungsbewegungen unterstützt. Interessanter
für die zivilisierte westliche Welt waren vielfach die
ihr Land diktatorisch führenden Kräfte, die wirtschaftlich und
militärisch vorteilhafter für die westlichen Staaten erschienen.
Die schlimme Situation
Afghanistans, mit einer fanatisch fundamentalistisch-religiösen,
das eigene Volk unterdrückenden Führung, konnte sich nur durchsetzen
und ca. 90 % des Landes erobern, durch die militärische Unterstützung
durch die USA. Die heutige Lage ist der US-Führung zu verdanken,
die die Folgen ihrer Einwirkung nicht voraussah.
Die weltweiten Eingriffe
unserer zivilisierten Staaten mit ihrer oft demonstrativen
machtpolitischen Überlegenheit, ohne gleiche Rechte zu garantieren
- wie in Nah-Ost, fördert Gewalt und Fanatismus, besonders von Menschen,
die nichts mehr zu verlieren haben. Dies schadet nicht nur den armen,
dort lebenden Menschen, es gefährdet uns alle.
In Sicherheit zu
leben ist ein berechtigter Wunsch der Menschen in den USA, Europa und
den anderen Kontinenten.
Es ist höchste Zeit zu verstehen, dass diese Sicherheit nicht durch
militärische Überlegenheit, durch vermeintliche Unverwundbarkeit
durch Raketenabwehrschirme und die Bereitschaft,
Kriege zu führen
gewährleistet werden kann. Sicherheit kann nur wachsen durch zivile
Hilfe für ärmere Länder, durch Hilfe zur Selbsthilfe ohne
Vorteilnahme der Industrieländer.
Sicherheit
kann durch berechtigtes Vertrauen geschaffen werden, durch Respekt vor
anderen Kulturen und eine Brückenbildung innerhalb der menschlichen
Gesellschaft, ohne Vorherrschaft und Darstellung vermeintlicher Überlegenheit.
Für aufgeklärte
Humanisten war und ist die Ablehnung von Gewalt und Kriegsbereitschaft
selbstverständlich, wie für uns als DFG-IdK.
Die Urchristen verweigerten
jeden Militärdienst. Die sich heute Christen nennen, sollten sich
ein Beispiel nehmen. Stecke Dein Schwert in die Scheide. Denn wer
das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen, (Christus verkündete
es, gemäß dem Neuen Testament.)
Kriegsbegeisterung,
gepaart mit Prestigebedürfnissen kann nur Leid und Elend schaffen.
Wir werden
keinen Krieg unterstützen. Wir wollen Frieden.
Der Vorstand
Kontakt
& Information: mittwochs 19 bis 21 Uhr, Tel. 45 34 33
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